Freiwillige Selbstkontrolle Fernsehen e.V.   
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Freiwllige Selbstkontrolle Fernsehen e.v.
Blick in die Prüfpraxis
 

Forensik-TV

Der Trend zu Krimiserien im deutschen Fernsehen ist seit geraumer Zeit deutlich angestiegen. Schon immer waren die meisten Krimiserien Garant für gute Einschaltquoten. Doch zurzeit herrscht geradezu ein Krimifieber: Keiner der großen Sender –ob öffentlich-rechtlich oder privat – kann es sich leisten, auf einen kompletten Krimiabend zu verzichten: Von 20.15 Uhr bis Mitternacht wird ermittelt, analysiert und untersucht – die Sender liefern sich zunehmend Duelle mit ihren Krimiformaten.
Nach wie vor erfreuen sich Klassiker wie Tatort, Polizeiruf 110 oder die SOKO-Teams (ARD/ZDF) größter Beliebtheit – doch vor allem die neuen, vorwiegend US-amerikanischen Produktionen, locken fast tagtäglich Millionen von Zuschauern vor den Bildschirm: Da werden längst geschlossene Akten mit Kriminalfällen wieder geöffnet (Cold Case, Sat. 1, kabel eins), verschwundene Personen aufgespürt (Without A Trace, Sat. 1 ; kabel eins), hochintelligente Polizisten (Criminal Intend, The Closer, VOX; Law and Order, RTL II/RTL), smarte Staatsanwälte (Close to Home, VOX) und Mathematikgenies (NUMB3ERS, Sat. 1/PRO 7) gehen auf Täterjagd.

Seit einigen Jahren hat sich darüber hinaus in der deutschen und internationalen Fernsehlandschaft ein neuer Trend innerhalb der Krimiproduktionen abgezeichnet: Nur selten geht es um die traditionelle Tätersuche. Ermittelt wird nicht mehr nur mit vorgehaltener Pistole, die Täter werden nicht durch wilde Verfolgungsjagden gestellt: Die klassische Detektivarbeit rückt weitgehend in den Hintergrund. Im Zentrum der Ermittlungen stehen smarte Wissenschaftler: Ihre Waffen sind Mikroskope – ihr Arbeitsplatz ist das Labor. Die akribische Feinarbeit und das perfekte Zusammenspiel von Polizei, Gerichtsmedizinern, und Spurenexperten, von Ballistikern, Verhaltensforschern und Biologen sind Mittelpunkt moderner Krimiproduktionen: CSI – den Tätern auf der Spur (VOX/RTL), CSI Miami (VOX/RTL), Post Mortem, Bones – Die Knochenjägerin (RTL), CSI New York, Crossing Jordan – Pathologin mit Profil (VOX), Navy CIS (Sat. 1), Criminal Minds (Sat. 1/Premiere).
Die Zuschauer fasziniert offenbar der Einblick in die sonst so komplizierte und unverständliche Arbeit der forensischen Wissenschaftler, die bislang eher trocken und uninteressant wirkte. In den neuen Krimiproduktionen regt gerade diese zum Mitfiebern an. Die professionelle wissenschaftliche Arbeit wird dann durch die Ergreifung der Täter bestätigt und das Publikum wird so stets positiv in den nächsten Fall entlassen. Die gesellschaftliche Ordnung wird durch die Cleverness und Kombinationsgabe der Teams wiederhergestellt und die Bedrohung ein weiteres Mal durch gewissenhafte Ermittler abgewendet.

Den Ausschüssen der Freiwilligen Selbstkontrolle Fernsehen (FSF) liegen in der Regel mindestens 3 Episoden eines jeden Formats vor. In manchen Fällen reichen Sender eine komplette Staffel zur Prüfung ein.
Wurde ein Format von der Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK) mit einer Freigabe ab 16 Jahren gekennzeichnet, haben die jeweiligen Sender die Möglichkeit die speziellen Episoden oder die gesamte Staffel in einer für das Fernsehen geschnittenen Fassung bei der FSF neu einzureichen.

Doch welche emotionale Wirkung hat das Gezeigte auf Kinder und Jugendliche? Wie können sie mit der Darstellung der Verbrechen, Opfer und Täter umgehen? Ab welchem Alter können Kinder das Gesehene richtig einschätzen und verarbeiten?
Die Prüfausschüsse der FSF haben zu prüfen, ob bei den Forensik-TV-Serien eine entwicklungsbeeinträchtigende Wirkung auf Kinder und Jugendliche anzunehmen ist, die die Anbieter zu einer Sendezeitbeschränkung verpflichten würde.

Was ist charakteristisch für die einzelnen Sendungen?

Worum geht es bei den Serien? (2 Fallbeispiele zu CSI)

Was sind jugendschutzrelevante Aspekte dieser Serien?

Welche Aspekte gibt es für eine Platzierung im Hauptabendprogramm?

Welche Aspekte gibt es für eine Platzierung im Spätabendprogramm?

Warum gibt es unterschiedliche Prüfentscheidungen der FSF und FSK?

Position zu Forensik-TV in tv diskurs

 

Charakteristika der einzelnen Sendungen

CSI – Den Tätern auf der Spur

Die Serie CSI – Den Tätern auf der Spur zeichnet sich dadurch aus, dass Detective Gil Grissom und die Ermittler seines Teams Verbrechen mit akribischer Spurensuche und der Hilfe forensischer Untersuchungen aufklären. Hauptaugenmerk wird auf die Arbeit der Beamten der Spurensicherung und deren analytisches Vorgehen bei den Tatortbegehungen und Obduktionen gelegt. Stets wiederkehrende Stationen der Aufklärung des Geschehens von der Tat bis zur Täterermittlung sind die Untersuchung des Tatorts und gefundener Gegenstände mit allerlei technischen Raffinessen, Obduktion der Leichen durch den Pathologen sowie Befragungen von Zeugen und anderen Personen im Umfeld des Opfers. Zum Verbrecher führt dann gründliche Auswertung und Kombination der sichergestellten Beweise. Diesem klassischen Muster folgen alle Episoden. Dabei wird auf die Inszenierung spektakulärer Actionszenen verzichtet. Das nüchterne analytische wissenschaftliche Vorgehen der Ermittler steht immer im Vordergrund.

CSI – Den Tätern auf der Spur wurde ab September 2001 von VOX ausgestrahlt und seit 2006 von RTL. Der FSF wurden bisher 30 zuvor vom Sender gekürzte Folgen zur Prüfung vorgelegt, von denen 24 für das Hauptabendprogramm freigegeben wurden, 3 Episoden erhielten eine Hauptabendfreigabe unter Schnittauflagen, 2 Episoden wurden für das Spätabendprogramm freigegeben. Die Doppel-Episode „Grabesstille“ wurde zunächst als einzelne Episode vorgelegt und bekam insgesamt eine Spätabendfreigabe. Später wurden beide Teile (Eps. 116 u. 117) separat vorgelegt, wobei vom Sender nur für Eps.116 eine Freigabe für das Hauptabendprogramm beantragt wurde. Für die Episode 117 wurde vom Sender eine Spätabendfreigabe beantragt. Die FSF-Prüfer entschieden in beiden Fällen antragsgemäß.

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CSI: Miami

Die amerikanische Serie CSI: Miami ist ein Spin-off der erfolgreichen Serie CSI – Den Tätern auf der Spur. Horatio Caine und sein 4-köpfiges Ermittlerteam sind darauf spezialisiert, Tatorte von Gewaltverbrechen nach Spuren zu untersuchen. Der Hauptdarsteller bildet den konstanten und stets souveränen Ruhepunkt der Sendung. CSI: Miami zeichnet sich durch seine wiederkehrende und leicht zu durchschauende Dramaturgie aus, die an die Machart von CSI – den Tätern auf der Spur angelehnt ist. In der Serie sind die Spannungsbögen, in denen meist ein Detail des zu ermittelnden Falls fokussiert wird, kurz gehalten.

Die erste Staffel der Serie wurde im Jahre 2004, die zweite Staffel 2004 und 2005 von VOX jeweils um 20.15 Uhr ausgestrahlt. Viele Episoden wurden in gekürzter Fassung gezeigt. Nach der erfolgreichen Fernsehausstrahlung legte Universum die komplette erste Staffel in ungekürzter Fassung der FSK zur Alterskennzeichnung für die Veröffentlichung auf DVD vor. Von 24 Folgen erhielten 21 das FSK-12-Kennzeichen und 3 Episoden eine FSK-16-Freigabe. Von der zweiten Staffel erhielten zahlreiche Folgen das Kennzeichen „Freigegeben ab 16“.

Der FSF haben bisher 22 Folgen zur Prüfung vorgelegen, von denen nicht alle vorab geschnitten wurden. 19 Folgen gaben die FSF-Prüfern für das Hauptabendprogramm frei, 1 Episode erhielt eine Hauptabendfreigabe unter Schnittauflagen, 2 Episoden wurden für das Spätabendprogramm freigegeben.

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CSI: New York

CSI: New York folgt der Machart des Serienvorbilds CSI – Den Tätern auf der Spur, wurde allerdings über eine Folge CSI: Miami eingeführt. Die Hauptermittler sind Detective Mac Taylor und seine Mitarbeiter Stella Bonasera, Danny Messer und Aiden Burn. Die amerikanische Serie beschreibt anhand eines oder mehrerer Verbrechen die Arbeit der kriminalistischen Spurensicherung und ‑auswertung. Die Serie verzichtet weitestgehend auf typische Krimi-Elemente wie Verbrecherjagden, Actionszenen, und auch Darstellungen von Gewalthandlungen finden kaum statt.

CSI: New York läuft seit dem 29. August 2005 im deutschen Fernsehen. 19 Episoden der Serie wurden der FSF bereits zur Prüfung vorgelegt, von denen eine Episode für das Tagesprogramm und 14 Folgen für das Hauptabendprogramm freigegeben wurden. 3 Episoden bekamen Schnittauflagen für eine Ausstrahlung im Hauptabendprogramm, 1 Folge bekam lediglich eine Freigabe für das Spätabendprogramm, da diese nach Auffassung des Ausschusses geeignet schien, Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren durch eine übermäßig drastische Darstellung von Gewaltfolgen nachhaltig zu ängstigen.

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Crossing Jordan – Pathologin mit Profil

(Inhalt vom Sender übernommen) Jordan Cananaugh ist eine exzellente und engagierte Gerichtsmedizinerin, die jedoch Probleme im Umgang mit ihren Kollegen hat. "Aufbrausend", "unfähig", "aufsässig" und anderes steht in ihrer Personalakte. Geflogen bei ihrer Arbeitsstelle erhält sie von ihrem alten Chef eine neue Chance. Ehrgeizig, aber auch dickköpfig geht sie an ihre Arbeit. Stößt sie bei der Untersuchung der Leichen auf die Grenzen der Rechtsmedizin, schlüpft sie in die Rolle einer Polizistin und ermittelt auf eigene Faust. Unterstützung erhält sie dabei von ihrem Vater, einem pensionierten Kriminalpolizisten, der die Finger von der Polizeiarbeit nicht lassen kann. Mit ihm spielt sie die Fälle und geht mögliche Tatverläufe durch. Häufig jedoch bringt sie mit ihren Ermittlungen nicht nur ihren Boss und die Bostoner Polizei zur Verzweiflung, sondern sich selbst auch in lebensbedrohliche Situationen. Neben zwischenmenschlichen Problemen am Arbeitsplatz und den schwierigen Fällen sind es auch die Beziehungen zum Vater und dessen neuer Lebensgefährtin, die Jordan einiges abverlangen. Ihre Mutter wurde vor vielen Jahren ermordet, ein Ereignis, das sie nicht loslässt und das vor allem von ihr nicht losgelassen werden kann. Und so trägt alles, was mit ihrer Mutter zu tun hat, das Datum des Todes, der Umgang des Vaters mit den Ereignissen, die neue Frau im Haus u.v.m. für Jordan ein hohes Konfliktpotenzial, aus dem sich immer wieder Auseinandersetzungen ergeben, an denen sie jedoch persönlich wächst.

Am 10. April 2003 lagen der Pilot sowie 2 weitere Episoden der Serie einem Prüfausschuss der FSF vor. Der Pilotfilm erhielt eine Freigabe für das Hauptabendprogramm, eine Episode wurde unter Schnittauflagen für das Hauptabendprogramm freigegeben, und eine Episode erhielt eine Freigabe für das Spätabendprogramm. Mit dieser Folge ging der Sender VOX am 16. Juli 2003 in Berufung und der FSF-Ausschuss entschied, die vorliegende Episode antragsgemäß für das Hauptabendprogramm freizugeben.

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Navy CIS

Navy CIS ist eine armee-interne Spezialpolizei, die bei mysteriösen und häufig tödlichen Unglücksfällen innerhalb der US-Marine zum Einsatz kommt. Das Team besteht aus dem erfahrenen Special-Agent Jethro Gibbs sowie seinen jungen Kollegen Agent Anthony DiNozzo, Timothy McGee und Agent Kate Todd. Donald "Ducky" Mallard als souveräner Gerichtsmediziner und die Forensikerin Abigail Sciuto komplettieren das Team. Den ersten Fall löste das NCIS-Team in der Serie JAG – Im Auftrag der Ehre, um dem Fernsehzuschauer so eingeführt zu werden.
Diese Ermittler-Crew agiert nicht ganz so distanziert und sachlich wie in den anderen CSI-Serien, sondern ist mit Typen besetzt, die komödiantisch miteinander umgehen und weder unfehlbar noch betont korrekt sind. Die Fälle des NCIS-Teams werden stets mit ausgiebiger, korrekter Ermittlungsarbeit gelöst.

Die Serie wird seit dem 17. März 2005 von Sat. 1 ausgestrahlt. Insgesamt wurden von den ersten drei Staffeln 47 Episoden von der FSF geprüft. 6 Episoden wurden für das Tagesprogramm freigegeben, 33 Folgen für das Hauptabendprogramm, und 5 Episoden erhielten eine Hauptabendfreigabe unter Schnittauflagen. 3 Folgen wurden für das Spätabendprogramm freigegeben.

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Criminal Minds

(Inhalt vom Sender übernommen) Die in den USA produzierte Serie dreht sich um ein Profiler-Team der Verhaltensanalyse-Einheit (BAU = Behavioral Analysis Unit) des FBI. Das Team um den Profiler Jason Gideon beschäftigt sich weniger mit den Verbrechen selbst als vielmehr mit den Verdächtigen, ihrem Umfeld und ihrer Geschichte, um sie mittels eines detaillierten Täter-Profils zu überführen.
Aufgabenbeschreibung der BAU und Grundmotiv der Serie, die sich ausschließlich um die Einheit dreht, ist der Blick in die Gedanken, in die Seele des Täters – oft die einzige Möglichkeit, ihn zu fassen. Dazu bedarf es mentaler Stärke und analytischer Schärfe bei den Kriminalisten. Die Erkenntnis der Motivation und der Absichten, aber auch der Schwächen und Ängste der Täter ist der Schlüssel zu deren Ergreifung. Jedes Teammitglied stellt seine speziellen Fähigkeiten in den Dienst der Ermittlungen, um die Motivationen, Ziele und Sensibilitäten der Serientäter herauszuarbeiten: Jason Gideon ist der beste Verhaltensanalyst der BAU mit fast schon unheimlicher Intuition und bestechendem psychologischen Einfühlungsvermögen. Er ist geschieden, Vater eines 25-jährigen Sohnes und Hobbyphilosoph, der (aus dem Off) gern Nietzsche und Shakespeare zitiert und am liebsten Schach spielt. Der mit Gideon langjährig befreundete, durchsetzungsstarke und selten lächelnde Teamleiter Aaron Hotchner schützt die Einheit nach innen und außen. Er ist glücklich verheiratet und erwartet mit seiner Frau Haley gerade zum ersten Mal Nachwuchs. Derek Morgan ist Spezialist für zwanghafte Persönlichkeitsstörungen und kann sich ähnlich gut wie Gideon in einen Täter hineinversetzen. Der 24-jährige Dr. Dr. Dr. Spencer Reid ist ein Genie mit einem IQ von 187 und einem fotografischen Gedächtnis und kann 20.000 Wörter pro Minute lesen. Als wandelnde Datenbank verfügt er allerdings nur über eine geringe soziale Kompetenz. Morgan macht sich über ihn gern lustig. Ranggleich mit Morgan ist die ehrgeizige Ermittlerin Elle Greenaway, ihr Spezialgebiet sind sexuell motivierte Straftaten. Jennifer "JJ" Jareau hält den Kontakt der Einheit zur "Außenwelt", spricht mit den Medien und den örtlichen Polizeistationen. Komplettiert wird das Team durch die recherchierende Computerexpertin Penelope. Die von einer nicht ganz schlanken Darstellerin verkörperte Serienfigur verbindet ausgerechnet mit dem attraktiven Derek Morgan eine amüsante Flirt-Freundschaft.

Die erste Staffel der Serie wird seit 2006 von Sat. 1 ausgestrahlt und seit März 2007 von Premiere wiederholt. Insgesamt wurden von der 1. Staffel 25 Episoden von der FSF geprüft. Viele Episoden wurden vom Sender im Vorfeld bearbeitet bzw. durch Schnitte gekürzt. Die Prüfer der FSF gaben 19 Episoden für das Hauptabendprogramm frei. Eine Folge erhielt für die Ausstrahlung im Hauptabendprogramm weitere Schnittauflagen, 5 Episoden wurden für das Spätabendprogramm freigegeben.

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Post Mortem

Die deutsche Krimiproduktion Post Mortem ähnelt inhaltlich und dramaturgisch dem amerikanischen Serienvorbild CSI und ist an dieselbe Zielgruppe gerichtet. Die Episoden folgen einer nachvollziehbaren Krimidramaturgie. Der Schwerpunkt der Serie liegt auf der Aufklärung von Todesfällen durch den leitenden Oberarzt Dr. Daniel Koch und sein fünfköpfiges Team. Dabei haben die einzelnen Teammitglieder ihre persönliche Kompetenz, wie Knochenfunde, merkwürdige Schusswunden, verschleierte Kunstfehler oder Stichverletzungen. Die forensische Arbeit am Kölner Institut für Rechtsmedizin steht im Vordergrund der Aufklärungen. Die Ermittlungsarbeit beginnt mit gründlicher Tatortuntersuchung und Erstbefragungen. Danach werden mittels der sichergestellten Funden am Tatort und den bewährten Methoden, neuester Computertechnik, detektivischem Spürsinn und geübter Kombinationsgabe, die Tötungsvorgänge an den vorliegenden Leichen aufgedeckt. Durch die nüchtere und sachliche Spurensuche, kann dann der Täter ermittelt werden.

Die erste Staffel der Serie wurde am 18. Januar 2007 auf dem Sender RTL im Hauptabendprogramm gestartet. Bisher lagen der FSF 3 Folgen zur Prüfung vor, von denen alle antragsgemäß für die Ausstrahlung im Hauptabendprogramm freigegeben wurden. Weder der FSK noch der BPjM lagen bislang Folgen der Serien zur Prüfung vor.

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Bones Die Knochenjägerin

(Inhalt vom Sender übernommen) Die Serie Bones – Die Knochenjägerin basiert auf den Bestsellern der Krimiautorin Kathy Reich, die selbst lange Jahre als forensische Anthropologin tätig war. Die Protagonistin ist die forensische Anthropologin Dr. Temperance Brennan, die die ungewöhnliche Fähigkeit hat, Hinweise der Täter in den Knochen der Opfer zu finden. Folglich wird sie von strafverfolgenden Behörden immer dann gerufen, wenn nicht genügend Beweismaterial zur Verfügung steht. Temperance arbeitet nicht allein. Sie ist Teil eines fünfköpfigen Teams, das aus folgenden Mitgliedern besteht: Angela Montenegro, der es gelungen ist, ein Computerprogramm zu erstellen, das Tatorte dreidimensional darstellt; Dr. Jack Hodgins, der sich sehr gut in der Welt der Insekten, Mineralien und Sporen auskennt sowie dem jungen und überdurchschnittlich intelligenten Zack Addy und dem Chef der Einheit, Dr. Daniel Goodman. Die ungewöhnlichen Ermittlungsmethoden stoßen aber bei Seeley Booth, einem federführenden FBI-Agenten regelmäßig auf Misstrauen, was mitunter zu Spannungen führt. Dennoch gelingt es dem Team immer, den Fall zu lösen.

Der Pilotfilm zur Serie wurde am 19. Oktober 2006 von RTL zum ersten Mal im deutschen Fernsehen gezeigt. Die Serie lag weder der Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK) vor noch wurde sie durch die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) indiziert. Am 05.10.2006 lag die Pilot sowie 2 weitere Folgen der Serie der FSF als erster Jugendmedienschutzinstanz in Deutschland vor.
Der Pilot wurde von der FSF für das Tagesprogramm freigegeben, zwei weitere Folgen erhielten eine Hauptabendprogrammfreigabe.

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Worum geht es bei diesen Serien? Zwei Beispiele

 

CSI – Den Tätern auf der Spur; 5. Staffel, Episode 8: "Tod im OP"

 

Inhalt

Wendy Garner wird mit durchschnittener Kehle in ihrem Auto gefunden. Durch die Autopsie wird klar, dass Wendy keine Frau, sondern ein umoperierter Mann war, was die Ermittler um CSI-Chef Gil Grissom in die Transsexuellen-Szene führt. Sie erfahren, dass ein gewisser Dr. Mercer als bester Arzt für Geschlechtsumwandlungen gilt, dieser Wendy jedoch als Patientin ablehnte, da sie vor dem operativen Eingriff nicht das gesetzlich vorgeschriebene Jahr als Frau leben wollte.
Mimosa, eine Freundin Wendys, erzählt Grissom, dass Wendy in der Nacht vor ihrer Ermordung völlig verängstigt bei ihr angerufen und sich auf dem Weg zu ihr befunden habe, um ihr ein Video zu zeigen, was sich mit der Tatsache deckt, dass Ermittlerin Catherine Willows am Tatort eine Videokamera entdeckte – allerdings ohne Kassette. Darüber hinaus erfährt Grissom, dass die Hochzeit Wendys mit Aaron Laner, der nichts von ihrem "Vorleben" ahnte, kurz bevorstand. Da Wendy große Angst hatte, in der Hochzeitsnacht als ehemaliger Mann aufzufliegen, besuchte sie eine Therapiegruppe um Dr. Mona Lavalle.
Diese, früher selbst ein Mann und als Militärarzt Dr. Karl Benway praktizierend,ist für illegale Geschlechtsumwandlungen verantwortlich und wollte ihre Patientin dazu nötigen, ihrem zukünftigen Mann die Wahrheit mitzuteilen, ansonsten wolle sie dies selbst in die Hand nehmen. Um ein Druckmittel gegen die Therapeutin zu erhalten, filmte Wendy den geheimen Operationsraum und stieß dabei auf eine Leiche.
Die Hinweise, die die Ermittler in Wendys privaten Aufzeichnungen fanden, führen sie zu einer Lagerhalle, die als Operationssaal genutzt wurde. Dort finden sie auf dem OP-Tisch eine weitere Leiche. Der Tote wird als Vern Saludsky identifiziert, der sich ebenfalls zur Frau umoperieren lassen wollte, und wieder führt eine Spur zu Dr. Mona Lavalle. Diese gibt schließlich zu, in der Lagerhalle illegale Operationen durchgeführt zu haben, Verns Tod sei jedoch ein tragischer Unfall gewesen, und mit dem Mord an Wendy habe sie nichts zu tun.
Warrick Brown findet in einem Abfallcontainer der Lagerhalle eine zerstörte Videokassette, deren Band sich aber noch reparieren lässt. Es zeigt den OP-Raum mit Verns blutiger Leiche auf dem Tisch. Mittels der Fingerabdrücke wird Dr. Lavalles Ehemann, Francis, der Tat überführt.

Prüfentscheidung

Die Originalfassung der Episode "Tod im OP" lag bereits der Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft zur Kennzeichnung vor und erhielt eine Altersfreigabe ab 16 Jahren.
Am 16. Mai 2006 lag der Film in einer Schnittbearbeitung dem FSF-Prüfausschuss vor. Laut beigefügter Schnittliste des Senders wurde der Film mit 8 Schnitten um insgesamt etwa 1 Minute gekürzt.
Beantragt ist die Ausstrahlung des Films im Hauptabendprogramm. Ist der Film bereits vorher von der FSK für ein späteres Programm eingestuft worden, handelt es sich, wie in diesem vorliegenden Fall, um eine Ausnahmeregelung. Der Ausschuss hatte zu prüfen, ob von der Vermutung einer entwicklungsbeeinträchtigenden Wirkung auf Kinder oder Jugendliche unter 16 Jahren und entsprechend von der Verpflichtung, das Angebot nur zwischen 22.00 Uhr und 6.00 Uhr zu verbreiten, abgewichen werden kann.
Dem Antrag auf Ausstrahlung der vorliegenden gekürzten Serienepisode im Hauptabendprogramm wird – unter Einhaltung der oben genannten Schnittauflagen – mit knapper Mehrheit zugestimmt.

Die Episode "Tod im OP" folgt dem klassischen Muster, das allen CSI-Serien zugrunde liegt: Kompetente Hauptakteure gehen ruhig und professionell ihrer Arbeit nach. Dass den Ermittlungen Erfolg beschieden ist, steht völlig außer Frage. Spektakuläre Actionszenen sucht man vergeblich, gewaltbeinhaltende Darstellungen – sofern überhaupt vorhanden – spielen eine äußerst untergeordnete Rolle, und auch den Hauptprotagonisten liegt aggressives Verhalten völlig fern. Der Prüfausschuss schloss die Möglichkeit, dass der Film gewaltbefürwortende Einstellungen auslösen oder fördern könnte, sehr schnell aus.
Unter dem Gesichtspunkt der sozialethischen Desorientierung wurde das Thema "Transsexualität" diskutiert und in diesem Zusammenhang vor allem die verbale Ebene und die Milieuzeichnung in den Blick genommen. Die verbalen Schilderungen lassen vieles offen, so dass die Beschreibung der Geschlechtsumwandlungen für jüngere Zuschauer zwar verwirrend, aber nicht übermäßig irritierend sein dürften, weil sie nicht im Detail nachvollziehbar sind. Das Transsexuellen-Milieu erscheint in der Folge eher als Folie, vor deren Hintergrund die Krimigeschichte entwickelt wird.
Ein Teil des Ausschusses sah für die prüfungsrelevante Altersgruppe ein Wirkungsrisiko bezüglich der thematisierten Welt der Transsexualität, in Hinblick auf eine potenzielle Irritation hinsichtlich der eigenen Rollenfindung.
Dies schloss die Mehrheit des Prüfungsausschusses jedoch aus. Es wird im Rahmen der Episode sehr deutlich, dass lediglich ein äußerst kleiner Teil der Menschen vom "Problem" der Transsexualität betroffen wird und dass bereits der unter Umständen damit verbundenen Operation ein langer und schwieriger Prozess vorausgeht. Mit dem Thema selbst wird feinfühlig umgegangen, und die wenigen leichten verbalen Entgleisungen werden dadurch mehr als aufgehoben. Abgesehen davon gibt es sehr wenige Bezugspunkte zum eigenen Leben von Kindern und Jugendlichen in Deutschland. Die Ausschussmitglieder gingen daher von einer eher distanzierten Wahrnehmung durch ab 12-Jährige aus und verneinten die Gefahr einer Desorientierung der bereits vorhandenen sozialethischen Orientierungen der Altersgruppe.

Im Vordergrund der Diskussion stand das Wirkungsrisiko der Angsterzeugung. Einig war sich der Prüfausschuss darin, dass die auffallend häufige Bildeinstellung der durchschnittenen Kehle des Opfers in der Pathologie die Möglichkeit einer übermäßigen und – vor allem in der viermaligen Wiederholung – nachhaltigen Angsterzeugung in sich birgt und dramaturgisch keineswegs begründet ist. Durch die daraus resultierenden Schnittauflagen schließt der Ausschuss diese Wirkungsmöglichkeit aus.
Eine Ausschussminderheit sah darüber hinaus in der grundlegend dunkel gehaltenen, fast ausschließlich nachts spielenden Episode ein weiteres Ängstigungsrisiko, da dadurch eine sehr düstere Atmosphäre beschworen werde. Dem entgegen steht nach Auffassung der überwiegenden Ausschussmehrheit, dass große Spannungsbögen nicht zu verzeichnen sind, die sachliche Art und Ausdrucksweise der Ermittler einen zusätzlichen Ruhepol bildet und somit ausreichend Entlastungsmomente vorhanden sind.
Andere Indikatoren für eine übermäßige Angsterzeugung waren nicht gegeben, so dass der Ausschuss das Risiko einer übermäßigen Angsterzeugung ausschloss.

Unter Berücksichtigung der vier Schnittauflagen stimmte der Prüfungsausschuss der Ausstrahlung im Hauptabendprogramm zu.

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CSI: Miami ; 2. Staffel, Episode 14: "Paparazzi"

 

Inhalt

Im Filmintro sieht man eine Autoverfolgungsjagd und einen Crash. Der Paparazzo Jerry Dorfman wird tot in seinem stark beschädigten Wagen gefunden. Die CSI-Ermittler finden schnell heraus, dass er nicht an den Folgen des Unfalls gestorben ist, sondern erstickt wurde. Über einen Handballenabdruck stoßen die Ermittler auf Dorfmans Paparazzi-Kollegen Ralph Durst. Doch der versichert ihnen glaubhaft, er habe nur Fotos von Dorfman gemacht, um sie als Unfallfotos zu verkaufen.
Eine weitere Spur führt zu dem Action-Star Brad Tustin, vor dessen Haus Dorfman offenbar seine letzten Fotos geschossen hat. Nach einigem Hin und Her stellt sich heraus, dass der Streifenpolizist Dennis Barron, der den Unfallwagen gesichert und den Mord gemeldet hatte, Kamera und Film von Dorfman gestohlen und die Fotos an ein Klatschmagazin verkauft hat.
Mit dem Mord an Dorfman aber haben weder Tustin noch Barron etwas zu tun, denn die Ermittler entdecken auf den Fotos ein interessantes Detail: Im Nachbarhaus des Filmstars Danny Cato, das im Hintergrund abgebildet ist, ist ganz deutlich das Mündungsfeuer einer Pistole zu sehen. Der Fall nimmt eine eigenwillige Wendung: Dorfman musste sterben, weil er zufällig einen Mord abgelichtet hat. Danny hat Cloe Jackson erschossen und sein Double sollte die Tat vertuschen, indem er Dorfman die Fotos abjagte.

Prüfentscheidung

Die Episode "Paparazzi" aus der amerikanischen Krimiserie CSI: Miami (USA, 2004) lag der Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK) in ungekürzter Fassung am 18. April 2005 vor und erhielt eine Altersfreigabe ab 16 Jahren. Ein Jugendentscheid wurde aufgrund der Kürze der Episode nicht erstellt.
Am 15. Februar 2006 lag die gekürzte und so bereits im Hauptabendprogramm gesendete Fassung der Serienfolge zur Begutachtung bei der FSF vor. Beantragt war eine Ausnahmeregelung für die Ausstrahlung der gekürzten Filmfassung im Hauptabendprogramm ab 20.00 Uhr. Laut beigefügter Schnittliste sind in vier Szenen Kürzungen mit einer Gesamtlänge von etwa 19 Sekunden vorgenommen worden, mit denen auf der Bildebene Details entfernt wurden, die als zu drastisch oder desorientierend für das Hauptabendprogramm angesehen wurden.

Der Prüfausschuss stimmte einstimmig und ohne weitere Auflagen der beantragten Ausstrahlung dieser gekürzten Serienfolge im Hauptabendprogramm zu. Eine weitergehende Freigabe für das Tagesprogramm wurde ebenso einstimmig abgelehnt.
Nach einhelliger Auffassung im Prüfgremium ist der Film nicht geeignet, Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 12 und 16 Jahren bei der Entwicklung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit zu beeinträchtigen oder zu gefährden.
Der Prüfausschuss sah mit Blick auf 12- bis 16-jährige Zuschauer weder hinsichtlich einer potenzielle Gewaltbefürwortung und -förderung noch bezüglich einer übermäßigen Angsterzeugung problematische Ansatzpunkte. Dies gilt ebenfalls hinsichtlich sozialethisch desorientierender Wirkungsmöglichkeiten der gekürzten Filmfassung. Grundsätzlich stimmten die Argumentationen im Prüfungsausschuss mit früheren Bewertungen der Serie durch die FSF überein.

Als Krimiserie um Spurenermittler unterscheidet sich CSI: Miami in Inhalt, Machart und Bildsprache von vielen anderen Krimiserien. Im Mittelpunkt stehen hier die sachliche und ins Detail gehende Ermittlungsarbeit eines Spezialistenteams. Ein fünfköpfiges Team von durchgehend sympathischen Ermittlern klärt anhand der Auswertung von Spuren und mit viel intelligenter Kombinationsgabe Verbrechen auf und überführt die Schuldigen. Die Trennung von Guten und Bösen ist in der Serie auch für Jugendliche zwischen 12 und 16 Jahren jederzeit nachvollziehbar. Die seriösen und sehr korrekt arbeitenden Hauptakteure verzichten in ihren Aktionen auf Gewaltanwendung. Tat(en) und Opfer kommen nur bei den einleitenden Tatortbegehungen, bei vereinzelten Obduktionsszenen und in kurzen Flahbacks ins Blickfeld der Kamera, – ohne spekulative, selbstzweckhafte Details. Zudem sind diese Szenen durch die vorgenommenen Schnitte weiter reduziert.
In der Einleitungssequenz der vorliegenden Folge sieht man zweimal kurz das Opfer im Auto in Großaufnahme, aber visuell verfremdet. Auch in der 10. Minute des Films wird kurz der veränderte Tathergang im Bild rekonstruiert, dass der Paparazzi-Kollege Durst das Opfer im Auto gedreht hat, um bessere Fotos machen zu können. Wie diese Szene so wird später auch die Verfolgungsfahrt der Autos bis zum Unfall mehrfach kurz aufgegriffen, wenn neue Erkenntnisse eine andere Sachlage ergeben haben. So wird die Tat in kleinen, nachvollziehbaren Schritten rekonstruiert. Die kurzen, visuell verfremdeten Einspielungen verdeutlichen jeweils, wie sich die Ermittler den Ablauf des Verbrechens jetzt vorstellen. Diese Flashbacks sind auf der Bild- und Tonebene oft sehr eindringlich gestaltet. Allerdings sind sie kurz und auch für Jugendliche zwischen 12 und 16 Jahren klar einzuordnen und so deutlich verfremdet, dass eine Ängstigung oder gar eine Gewaltbefürwortung daraus nicht abgeleitet werden kann.
Formal lehnt sich die Gestaltung der Serie etwas an Videoclip-Vorbilder an, was sie für eine jugendliche Zielgruppe durchaus reizvoll macht. Allerdings bedarf es schon einer gewissen Konzentration des Zuschauers, damit er den Fortgang der Ermittlungsarbeiten auch nachvollziehen kann. Wirkungsrisiken bestehen aber nach Ansicht des Ausschusses weder für konzentrierte, sich einlassende Zuschauer, noch für oberflächliche Konsumenten in der relevanten Altersgruppe.

Das Gut-Böse-Schema wird sehr klar durchgehalten. Die einzelnen Serienfolgen sind nach einer gleichbleibenden, auch für 12-Jährige leicht zu durchschauenden Dramaturgie gestaltet: von der Tatortbesichtigung über die Untersuchung einzelner Beweisstücke, Zeugenbefragungen, die Rekonstruktion des Geschehens bis hin zur erfolgreichen Lösung des Falls. Die untadelige und unaufgeregte Arbeit des Teams sowie die souveräne Haltung ihres Chefs Horatio Caine tragen maßgeblich dazu bei, dass keine übererregenden Spannungsbögen aufgebaut werden. Markant für diese Serie ist zudem eine ästhetische und eher zurückhaltende Bildgestaltung, die nicht auf plakative Schockeffekte setzt. Die vorliegende Episode erfüllt alle diese für die Serie typischen Aspekte und ist thematisch nicht so nahe an der fraglichen Altersgruppe, dass hier nachhaltige Irritationen oder Belastungen begründet anzunehmen sind.
Wegen der in Bild und Ton doch eindringlichen und drastischen Flashback-Szenen, mit denen das Verbrechen rekonstruiert wird, wird eine weitergehende Freigabe für das Tagesprogramm einstimmig abgelehnt. Bei den unter 12-Jährigen wird eine nachhaltige Verunsicherung und Ängstigung nicht ausgeschlossen, da sie noch nicht sicher genug zwischen fiktionalen und nicht fiktionalen Programmbeiträgen unterscheiden können und auch noch nicht über eine ausreichende Genrekompetenz verfügen, um Kriminalfilme mit der erforderlichen Distanz einzuordnen.

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Was sind jugendschutzrelevante Aspekte dieser Serien?

Ängstigung durch die Darstellung der Opfer

Eine Darstellung der Opfer erfolgt meist bei den einleitenden Tatortbegehungen und bei vereinzelten Obduktionsszenen oder den Flashbacks, in denen die Gewalttaten – korrelierend zum Stand der Ermittlungen – kurz angespielt werden. Dies sind die Situationen, in denen die Opfer kurz ins Blickfeld rücken. Zumeist geschieht dies allerdings ohne spekulative und selbstzweckhafte Details. Der Tathergang rekonstruiert sich Mosaiksteinchen für Mosaiksteinchen über bildlich verfremdete, kurze Einspielungen, die verdeutlichen, wie sich die Ermittler den Ablauf des Verbrechens vorstellen. Eingebettet in ihre weiterführenden verbalen Erläuterungen erhalten diese Bilder einen abstrakten, fast wissenschaftlichen Belegcharakter für die gewissenhafte Ermittlungsarbeit.
In den Serien wird den Toten indes ausnahmslos Respekt erwiesen und es besteht insgesamt kein Zweifel an der moralischen Glaubwürdigkeit und Zuverlässigkeit des Ermittlerteams. Es dominiert eine sehr ernsthafte und betroffene Umgangsweise mit dem Thema "Tod", was auch anhand des sehr respektvollen und besorgten Verhaltens der Ermittler gegenüber den Angehörigen der Toten sichtbar wird.

Gewaltdarstellungen

Inhaltlich sind bei den Serien des Forensik-TV keine problematischen Botschaften in Bezug auf das Thema "Gewalt" zu verzeichnen. Den Protagonisten ist immer an einer gewaltlosen Aufklärung der Verbrechen gelegen, eine Fraternisierung mit den Verbrechern oder die Duldung rechtlich unzulässigen Verhaltens sind nie Bestandteile der Handlung.

Spannungsbögen

Die in den Serien erzählten Geschichten sind zwar im Groben nachvollziehbar, die einzelnen Handlungsstränge erscheinen für kindliche Zuschauer jedoch recht komplex. Die Drehbücher der Sendungen handeln zumeist von – oft unrealistisch konstruierten – "Rätseln", die durch die Zuschauer und Ermittler zu lösen sind. Die jüngeren Zuschauer können das Zusammensetzen der Puzzleteile nur schwer nachvollziehen, so dass von den Spannungsbögen der Serien meist keine intensive Wirkung auf sie ausgeht. Außerdem ist zu beachten, dass die Arbeit des Ermittlerteams und die Handlungsorte der Verbrechen hinreichend fern der alltäglichen Lebensrealität kindlicher Zuschauer sind.

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Welche Aspekte gibt es für eine Platzierung im Hauptabendprogramm (ab 20:00 Uhr)?
      • Ermittlungen immer erfolgreich, Täter immer überführt
      • Dramaturgisch konstantes Muster hilft, Handlung einzuordnen und zu durchschauen
      • Ermittler als Sympathieträger dargestellt (Gewaltverzicht)
      • Bilder mit potentiell ängstigendem Charakter nur zur Unterstützung und Veranschaulichung des Inhalts
      • Vermeidung des direkten Zeigens von Gewalthandlungen: farbliche Verfremdungseffekte als stilistische Mittel zur Schaffung von Distanz zur Realität
      • Tathergang verbal kommuniziert und Veranschaulichungen werden durch erklärende Dialoge aufgefangen
Welche Aspekte gibt es für eine Platzierung im Spätabendprogramm (ab 22:00 Uhr)?

Nachhaltige und übermäßige Ängstigung, z. B. durch

  • blutige Darstellung von Tötungen
  • drastische, selbstzweckmäßige Darstellung von entstellten Leichen
  • übermäßige Darstellung der Obduktionsszenen

Förderung von gewaltbefürwortenden Einstellungen, z. B. durch

  • wirkungsintensive Gewaltszenen
  • Legitimierung von Gewalt als Mittel zur Durchsetzung von Interessen

Sozialethische Desorientierung durch transportierten Inhalt, z. B. durch

  • Ironie/Sarkasmus in Bezug auf den Umgang mit Toten
  • positive Darstellung von Selbstjustiz

Hohes Identifikationspotential für Kinder, z. B. durch

  • direkten Bezug zur kindlichen Lebenswelt
  • kindaffine, negativ handelnde Identifikationsfiguren

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Warum gibt es unterschiedliche Prüfentscheidungen der FSF und FSK?

Die Prüfentscheidungen und Altersfreigaben der FSF und FSK können voneinander abweichen. So ist es beispielsweise möglich, dass eine Episode von der FSK die Altersfreigabe ab 16 Jahren bekommt und die FSF diese Folge für ab 12-Jährige im Hauptabendprogramm freigibt. Diese Diskrepanz in den Prüfentscheidungen kann verschiedene Gründe haben.

Häufig werden die Serien der FSK im Rahmen einer DVD-Veröffentlichung in einer bearbeiteten Fassung vorgelegt. In den meisten Fällen werden Schnitte von den Antragstellern selbst durchgeführt, um die Auswertungschancen zu verbessern oder weil die Senderechte ans Fernsehen verkauft werden sollen, was oft mit der Maßgabe verbunden ist, dass vorher eine Alterseinstufung ab 12 erfolgen muss. Bei Filmen, die nach nochmaliger Prüfung in veränderter Fassung eine andere Freigabe erhalten haben, ist es verbindlich, dass diese Freigabe nur mit einem Titelzusatz wie z. B. "bearbeitete Fassung" oder "gekürzte Fassung" veröffentlicht wird.

Die FSF erhält ebenfalls in vielen Fällen Programme, die vorab durch den antragstellenden Sender gekürzt worden sind. Szenen, die eventuell eine entwicklungsbeeinträchtigende Wirkung auf die bei der Prüfung zu berücksichtigende Altersgruppe haben, werden so im Vorfeld entfernt, um die Sendung in der werberelevanten Primetime platzieren zu können.

Der FSK, die auch für die Freigabe von DVDs und andere Trägermedien verantwortlich ist, werden für die DVD-Veröffentlichung einer Serien oft ganze Serienstaffeln vorgelegt und im vereinfachten Verfahren durch einen Prüfer oder eine Prüferin geprüft. Dabei gilt für die Staffel die höchste Altersfreigabe einer Einzelfolge. Werden also von 20 vorgelegten Folgen 18 ab 12 Jahren und zwei ab 16 Jahren freigegeben, erhält das ganze DVD-Paket das Kennzeichen "Freigegeben ab 16 Jahren".

In der FSF werden die Freigaben für jede einzelne Folgen einer Serie durch einen Prüfausschuss entschieden.

Schließlich gibt es im Jugendschutz immer auch Bewertungsunterschiede bei einzelnen Prüferinnen und Prüfern bzw. verschiedenen Ausschüssen, da es sich bei der Bewertung zu einem Großteil um Einschätzungen handelt, in die immer auch subjektive Sichtweisen einfließen.

Position zu Forensik-TV in tv diskurs

Annette Freytag: Auf den Spuren der Spurensucher: Forensische Wissenschaft auf Erfolgskurs (PDF-Datei, 132 kb), tv diskurs, Heft 34 (4/2005)

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