Vorüberlegungen
Die gesellschaftliche Einstellung zum Kind als Medienkonsumenten hat sich gewaltig verändert. Das Kinderfernsehen wird zu einem immer stärker umkämpften Marktsektor, in dem die Kinder und Jugendlichen zunehmend von den Fernsehsendern als Zuschauergruppe umworben werden. Kindersendungen sind heutzutage keinesfalls nur in eindeutig erkennbaren Programmblöcken ausfindig zu machen, sondern sind ebenso Bestandteil anderer Bereiche wie z. B. dem sogenannten "Familienprogramm". Definiert man Kindersendungen über die Sehgewohnheiten von Kindern oder als Sendungen, die speziell für Kinder produziert und als "für Kinder geeignet" von den Redaktionen annonciert werden, so wird die Tatsache übersehen, dass die beliebtesten Sendungen der Kinder im Vorabendprogramm platzierte Spiel- und Actionserien sowie "Soaps" sind, die weder von ihrer Sendeform noch von ihrem Inhalt her "ausdrücklich für Kinder angeboten werden, aber diese Zielgruppe eindeutig ansprechen" (Eßer/Mattusch 1994 S. 262).
Wie finden sich Kinder im heutigen Programmangebot noch zurecht? Das umfangreiche (und häufig unüberschaubare) Fernsehprogramm zwingt Zuschauer mit Vorlieben für bestimmte Genres und Sendungen, sich über die zeitlichen Abläufe und Inhalte der Fernsehkanäle zu informieren bzw. sich Lieblingssendungen aktiv zu suchen. Betrachtet man die Häufigkeit der Fernsehnutzung bei Kindern sowie deren differenzierte Spartenpräferenzen, kann davon ausgegangen werden, dass sich Kinder und Jugendliche auf unterschiedliche Art und Weise vorab über die Angebote der Medien informieren.
Programmzeitschriften
Am häufigsten wird dabei die Programmzeitschrift genutzt: 65 Prozent aller 6- bis 13-Jährigen orientieren und informieren sich hierdurch über das Programmangebot. Freunde und Klassenkameraden, Familienmitglieder haben als Informationsquelle eine weitaus geringere Bedeutung. Jüngere Kinder beziehen dagegen ihre Informationen, u. a. aufgrund ihrer begrenzten Lesefähigkeit, eher aus ihrem persönlichen Umfeld (Eltern, Freunde etc.).
Eine Programmzeitschrift bietet zwar reichlich Information über das Fernsehprogrammangebot, doch zur Feststellung, welche Sendungen zum Kinderprogramm zählen, eignet sie sich nur bedingt. Verschiedene Fernsehzeitschriften verwenden ebenso viele Systeme, um auf Kindersendungen aufmerksam zu machen: Einige besprechen einzelne, aus ihrer Sicht empfehlenswerte Kindersendungen sehr ausführlich, dafür werden alle weiteren Kindersendungen aber nicht deutlich als solche gekennzeichnet. Andere hoffen, durch eine Einordnung der Sendungen nach Genre (Spielfilm, Soap, Zeichentrick), den Lesern eine geeignete Orientierungsmöglichkeit an die Hand zu geben. Wesentlich interessanter ist die Idee, eine unabhängige (Kinder-) Jury die Qualität der Fernsehsendungen in Bezug auf ihre Eignung für Kinder beurteilen zu lassen.
In zwei Unterreichtsstunden sollen die Kinder anhand von praktischen Beispielen und in spielerischer Form an eine gezielte und auswählende Nutzung des Fernsehens in Verbindung mit den dazugehörigen Fernsehzeitschriften herangeführt werden. Mit Hilfe von unterschiedlichen Programmzeitschriften werden sie sich mit ihren persönlichen Ansichten bezüglich der Eignung von Sendungen für Kinder auseinander setzen und sie weiterentwickeln. Durch die Gestaltung von eigenen Programmzeitschriften sollen diese Überlegungen praktisch angewendet und umgesetzt werden.
1. UNTERRICHTSSTUNDE
Untersuchung von Programmzeitschriften
Ziele der Unterrichtsstunde
Die SchülerInnen können
- an einen gezielten und auswählenden Gebrauch des Fernsehens herangeführt werden.
- einen Überblick über die bestehenden Angebote verschiedener Fernsehzeitschriften erhalten und verstehen, dass sich diese jeweils an unterschiedliche Zielgruppen wenden.
- Unterschiede der Fernsehzeitschriften bezüglich der Themen, Sprache und Bilder benennen.
- geeignete Kindersendungen herausfinden.
- Kriterien bezüglich der Eignung von Kindersendungen entwickeln und benennen.
- erkennen, dass es keine feststehende Definition einer "Kindersendung" gibt.
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Ablauf
- An der Tafel werden Vorschläge der SchülerInnen gesammelt, welche Möglichkeiten es gibt, sich über Sendungen, die man gerne im Fernsehen sehen möchte, zu informieren.
- Das Stichwort "Programmzeitschrift" - als eine Möglichkeit der Informationsquelle - wird aufgenommen und es werden Fernsehzeitschriften ausgeteilt.
- Jeweils zwei bis vier SchülerInnen finden sich zu einer Arbeitsgruppe zusammen.
- Je eine Arbeitsgruppe wertet die Programmübersicht eines Fernsehsenders an einem Wochentag unter folgenden Fragestellungen aus. Die Fragen können den Kindern auf einem Arbeitsblatt ausgeteilt oder mit Hilfe eines Overheadprojektors an die Wand projiziert werden.
- Woran kann man in dieser Zeitschrift erkennen, ob eine Sendung für Kinder geeignet ist?
- Gibt es in der Programmübersicht eines Senders Kindersendungen, die als solche ausgewiesen sind?
- Falls nicht: Ist es schwierig zu erkennen, ob es sich um eine Kindersendung handelt, wenn man die Sendung selbst nicht kennt?
- Wird auch bei Kindersendungen nach verschiedenen Genres unterschieden (Zeichentrick, Action, Abenteuer etc.)?
- Gibt es Kindersendungen, die ausführlich besprochen oder bewertet werden?
- Von wem stammen diese Beschreibungen oder Bewertungen?
- Zu welchen Tageszeiten werden hauptsächlich Kindersendungen gezeigt?
- Stimmen diese Zeiten mit denen überein, in denen ich fernsehe?
- Gibt es "Blöcke", in denen mehrere Kindersendungen aufeinander folgen, oder liegen sie eher über den Tag verteilt?
- Welche anderen Programmsparten (Daily Soaps, Serien, Nachrichtensendungen) bietet der Sender hauptsächlich an?
- Gibt es andere charakteristische Programmeigenheiten (z. B. Sendeschienen)?
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- Die SchülerInnen machen sich bei der Beantwortung der Fragen Stichpunkte auf ein Arbeitsblatt.
- Die Arbeitsergebnisse werden im Plenum von den SchülerInnen vorgestellt und verglichen: Gibt es Sender, die auffallend mehr bzw. weniger Kindersendungen zeigen als andere? Gibt es Unterschiede zwischen den einzelnen Wochentagen (z. B. am Wochenende)?
- Die Lehrerin / der Lehrer greift ein besonders interessantes, weil umstrittenes Beispiel einer Sendung heraus, das nur von einem Teil einer Gruppe zur Sparte "Kindersendung" gezählt wird. Die SchülerInnen sollen anhand dieses Beispiels die Pro- und Kontra-Argumente benennen und ihre Ansichten begründen.
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Benötigte Arbeitsmaterialien / Vermittlungshilfen
- Mehrere Exemplare verschiedener Fernsehzeitschriften
- Stifte zum Markieren
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Erkenntnisse und Hinweise
Keine feste Definition des Begriffs “Kindersendung” suchen
Die Frage, welche Sendungen des Fernsehangebots zum Kinderprogramm zählen, ist nicht nur für Erwachsene schwierig zu beantworten. Auch Kindern werden bei der Ankündigung von Sendungen in Programmzeitschriften, im Videotext oder im Internet nur unzureichende Informationen gegeben. Da es keine feste Definition einer geeigneten "Kindersendung" gibt, hat es keinen Sinn, im Unterricht eine solche mit den Kindern erarbeiten zu wollen. Vielmehr sollte herausgearbeitet werden, welche Kriterien bei der Beurteilung einer Sendung bezüglich ihrer Eignung für Kinder eine Rolle spielen können und welche Absichten hinter diesen Einschätzungen stehen. Die Kinder werden feststellen, dass sich schon die Einschätzungen innerhalb der (Gleichaltrigen-)Gruppe von Sendung zu Sendung unterscheiden - und diese unterscheiden sich wiederum von den Einschätzungen der Erwachsenen (Eltern, Lehrer, Programmgestalter), die erneut andere Kriterien zur Grundlage ihrer Einschätzung finden:
Der Programmanbieter möchte die Zuschauer an bestimmte Sendungen binden, um eine höhere Einschaltquote zu erzielen, die Eltern wollen vermeiden, dass ihr Kind zu viel fernschaut oder sich bei bestimmten Sendungen gruselt, und der/die LehrerIn hat den Anspruch, dass die Kinder lernen, kritisch und verantwortungsbewusst mit dem Medium Fernsehen umzugehen.
Es gibt diesbezüglich nicht eine "richtige" Meinung oder Einschätzung, aber das Kennenlernen der Unterschiede der einzelnen Beurteilungen wird ihnen bei der Gewinnung eigener Einschätzungen behilflich sein.
Von der Programmanalyse zur Entwicklung eigener Kriterien einer Kindersendung
Bei der Analyse der Programmzeitschriften werden die meisten Kinder in der Lage sein, das ausgewiesene Kinderprogramm samt "Klassikern" des Kinderfernsehens (z. B. "Die kleinen Strolche") zu identifizieren. Für Kinder, die weniger erfahren im Umgang mit dem täglichen Fernsehprogramm sind, wird es ungleich schwerer, die ihnen unbekannten Programme einem Genre zuzuordnen.
Die SchülerInnen stellen sicherlich fest, dass es Unterschiede in der Programmgestaltung der einzelnen Fernsehsender in Bezug auf Zeiten (Vormittagsschienen bzw. Programmschwerpunkte am Nachmittag) und Inhalte (Zeichentrick-Programme, Comedy-Staffeln, Soap-Sendungen) gibt. In einigen Fernsehkanälen sind Kindersendungen auch als solche ausgewiesen, bei anderen muss man versuchen, sich durch die Inhaltsbeschreibung ein Bild über die Eignung zu machen.
Nicht alle der von den Fernsehsendern vorgeschlagenen Kindersendungen werden von den Kindern selbst als solche eingestuft. Häufig werden die SchülerInnen über die Eignung ihrer aus den Programmzeitschriften herausgesuchten Sendungen stark diskutieren und die Anzahl der geeigneten Kindersendungen in ihrer persönlichen Bewertung um einige Sendungen des Abendprogramms erweitern. Hier offenbart sich der Konflikt zwischen den Kriterien der Kinder gegenüber denen aus Programmzeitschriften und der Erwachsenenwelt. Die Kriterien der Kinder werden sich hauptsächlich aus zeitlichen ("Da kleine Kinder früh im Bett sein müssen, dürfen sie auch nicht mehr so spät fernsehen") und inhaltlichen ("Alien ist doch viel zu brutal für Kinder") Argumenten zusammensetzen.
Der Schwerpunkt der Stunde sollte also darauf liegen, mit den Kindern gemeinsam eigene und fremde Kriterien zu reflektieren und sie zu vergleichen, um ihnen die Herausbildung eines eigenen Standpunktes zu erleichtern.
Ältere Programmzeitschriften verwenden
Bei der Durchführung der Unterrichtsstunde sollte Folgendes berücksichtigt werden: Werden Programmzeitschriften der zurückliegenden Wochen verwendet, besteht einerseits die Gefahr einer Ablenkung, da sich die Kinder möglicherweise über vergangene Sendungen unterhalten, andererseits können diese Gespräche aufgegriffen und zu einer Diskussion über die Einordnung des Programms genutzt werden. Um einen relativ umfassenden Einblick in das Programmangebot zu ermöglichen, sollten innerhalb der Gruppe viele verschiedene Kanäle an unterschiedlichen Tagen analysiert werden, wobei sich jedes einzelne Kind zunächst auf die Analyse eines einzelnen Senders konzentrieren sollte. In den Klassenstufen 5 bis 6 ist es dagegen schon möglich, dass einzelne Kinder verschiedene Sender vergleichen.

Weiterführende Behandlung des Themas
Die folgende Aufgabe eignet sich sowohl für den Einstieg in die o. g. Unterrichtsstunde als auch zur Nachbearbeitung und Vertiefung des Themas:
Die SchülerInnen erhalten die Hausaufgabe, ihre Eltern bzw. andere Erwachsene zum Thema Kindersendungen zu befragen (z. B. "Was ist eine geeignete Kindersendung und warum?", "Wonach wählen Sie eine Sendung für Kinder aus?", "Wie verhindern Sie, dass ihre Kinder bestimmte – für sie nicht geeignete – Sendungen anschauen?"). Dabei sollen die Antworten von den SchülerInnen entweder schriftlich festgehalten oder auf ein Tonband aufgenommen werden.
Sie werden feststellen, dass sich der Begriff "Kinderprogramm" mit sehr unterschiedlichen Inhalten füllen lässt. Im Alltag der Kinder spielen diese Argumente der Eltern (sowie ihre Kriterien zur Auswahl einer Sendung) eine sehr große Rolle, da die 10- bis 12-Jährigen meistens noch nicht selbst entscheiden dürfen was, wann und wie viel sie fernsehen. Kinder erleben das Verhalten der Eltern häufig als willkürlich oder stimmunsabhängig. Dieser Umstand und die vorgetragenen Ergebnisse ihrer Interviews ermöglichen in einer der kommenden Stunden eine Diskussion über die Auseinandersetzung mit elterlichen Entscheidungen und Absprachen bezüglich des Fernsehkonsums. So gibt es z. B. Vereinbarungen über die Anzahl der Sendungen, die pro Tag bzw. pro Woche geschaut werden darf. In anderen Fällen wählen die Eltern die Sendungen über die Inhaltsangabe der Programmzeitschrift für oder mit den Kindern gemeinsam aus, oder sie verteilen Zeitkonten (z. B. eine Stunde fernsehen pro Tag), die die Kinder sich eigenständig einteilen können. Sofern die Kriterien der Eltern nicht angenommen werden, versuchen die Kinder ihre Eltern argumentativ zu überzeugen ("Mein Freund durfte den Film auch schon sehen, und der ist noch zwei Jahre jünger als ich!") oder zumindest Modifizierungen der Entscheidungen zu erreichen ("Wer krank ist, darf auch mal mehr gucken!").
Es ist faszinierend zu erfahren, welche Mittel und Wege die Kinder außerdem kennen bzw. welche Hebel sie in Bewegung setzen, um eine elterliche Entscheidung zu umgehen oder zu verändern. Viele wissen über die Technik der Geräte bzw. die Verstecke der Eltern (Fernbedienung, Fernsehkabel) so gut Bescheid, dass es für sie keine Schwierigkeit bedeutet, etwas heimlich zu schauen ("Kurz bevor die Eltern nach Hause kommen, schau ich auf einem anderen Fernseher weiter, damit der im Wohnzimmer nicht so heiß wird.")
Literatur
Klein, Bettina: Die Qual der Wahl. Eine Woche Kinderprogramm in öffentlichen und privaten Kanälen. In: Deutsches Jugendinstitut (Hrsg.): Handbuch Medienerziehung im Kindergarten. Teil 1: Pädagogische Grundlagen. Opladen 1994, S. 372-379
Klingler, Walter / Windgasse, Thomas: Was Kinder sehen. Eine Analyse der Fernsehnutzung von 6- bis 13jährigen. In: Media Perspektiven 1/94, S. 2-13
Krüger, Udo Michael: Programmprofile kleinerer öffentlich-rechtlicher und privater Sender 1994. Programmanalyse von 3Sat, Arte, Kabel 1, RTL 2 und VOX. In: Media Perspektiven 1995, S. 194-209
Eßer, K. / Mattusch, K.: Zur Entwicklung des Kinderfernsehens in der BRD. Fakten und Anmerkungen. In: Deutsches Jugendinstitut (Hrsg.): Handbuch Medienerziehung im Kindergarten. Teil 1: Pädagogische Grundlagen. Opladen 1994, S. 362-371

2. UNTERRICHTSSTUNDE
"Mein ganz persönlicher Fernsehkanal" - Gestaltung einer eigenen Fernsehzeitschrift
Ziele der Unterrichtsstunde
Die Kinder sollen
- ihre Wünsche und Bedürfnisse in Bezug auf das Fernsehprogrammangebot artikulieren.
- die eigenen Anforderungen an die Gestaltung einer Fernsehzeitschrift zum Ausdruck bringen (Welches sind die Merkmale, die eine Programmzeitschrift für mich besonders informativ oder unterhaltsam werden lassen, bzw. welche Merkmale könnten für andere Kinder meiner Altersgruppe interessant sein?).
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Ablauf
- Die Kinder sollen eine eigene Fernsehzeitschrift entwerfen. Dabei können sie
a) eine gemeinsame Fernsehzeitung gestalten, indem jedes Kind einen eigenen "freien" Wunschkanal ausarbeitet.
b) - in verschiedene Kleingruppen aufgeteilt - jeweils unterschiedliche Programmzeitschriften bzw. "Schwerpunktsender" entwerfen (siehe "Weiterführende Behandlung des Themas").
- Es werden schmale Papierstreifen (halbes DIN A4-Blatt), auf denen das obere Viertel durch einen Strich abgetrennt ist, sowie Zeichenstifte ausgeteilt.
- In den unteren Teil des Blattes tragen die Kinder die Uhrzeiten und die Programmtitel ein. In das obere Viertel können sie persönliche Logos ihres Phantasiesenders malen.
- Die einzelnen Papierstreifen werden in ein fertiges Heft oder auf große Blätter geklebt, aus denen später eine Art Fernsehzeitschrift gebastelt wird. Die Titelseite kann ebenfalls von den Kindern gestaltet werden und die Zeitschrift einen Namen bekommen.
- Die Ergebnisse werden in der Klasse vorgestellt und diskutiert.
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Benötigte Arbeitsmaterialien / Vermittlungshilfen
- Papierstreifen
- Zeichenmaterialien (Buntstifte, Filzstifte, Wachsmalstifte etc.)
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Erkenntnisse und Hinweise
Der Phantasie der Kinder freien Lauf lassen
Die selbstentworfenen Logos des eigenen Fernsehsenders (in die sie erfahrungsgemäß viel Arbeit investieren), kleine selbstgemalte Bilder zu den einzelnen Sendungen sowie die Kenntlichmachung von Kindersendungen oder verschiedenen Genres (Western, Krimi, Drama, Komödie) durch unterschiedliche Symbole fördern nicht nur die Bewusstmachung einer für sie sinnvollen und hilfreichen Struktur einer Programmzeitschrift, sondern lassen auch die später entstehende gemeinsame Fernsehzeitschrift der Klasse attraktiv aussehen.
Die Aufgabenstellung erfordert von den SchülerInnen in erster Linie viel Phantasie und Vorstellungskraft, wodurch die in der letzten Stunde diskutierten Kriterien einer für Kinder geeigneten Sendung zunächst in den Hintergrund gerückt werden. Während der anschließenden Präsentation können diese jedoch wieder aufgegriffen und anhand des Programms der selbstgestalteten Fernsehkanäle neu diskutiert werden.
Zeit für die Präsentation einplanen
Trotz der relativ langen Gestaltungsphase sollte genug Zeit für eine Präsentation der Ergebnisse eingeplant werden. Jede/r SchülerIn sollte die Möglichkeit erhalten, seinen persönlichen Wunschkanal den MitschülerInnen vorzustellen. Häufig ergeben sich aus solchen Präsentationen erneut interessante Anknüpfungspunkte für weitere Diskussionen. Auf jeden Fall wird die aus allen Ergebnissen entstehende Fernsehzeitschrift die Kinder begeistern.
Weiterführende Behandlung des Themas
Folgende Variationen der Weiterführung sind möglich, um die Aufgabenstellung stärker einzugrenzen oder zu erweitern:
- Die Kinder sollen einen Fernsehsender für eine bestimmte Altersgruppe (z. B. für 6- bis 7-Jährige) bzw. ausschließlich mit Kinderprogramm gestalten.
- Verschiedene Gruppen in der Klasse können auch Sender mit unterschiedlichen Schwerpunkten entwerfen (Nachrichtenkanal, Spielfilmkanal, Soap-Kanal, Comedy-Kanal, Comic-Kanal).
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Literatur
Stötzel, Dirk: Neuere Entwicklungen im Kinderfernsehen. In: Hans Dieter Erlinger u.a. (Hrsg.): Handbuch des Kinderfernsehens. 2. Aufl., Konstanz 1998
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