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Die Beantwortung dieser Fragen kann in der zweiten Unterrichtsstunde fortgeführt werden, in der es darum geht, mittels Rollenspiel die Verhaltensweisen und Eigenschaften des Vorbildes darzustellen und sie mit denen, die man sich für sich selbst wünscht, zu vergleichen.
1. UNTERRICHTSSTUNDE"Das ist mein Held aus Film oder Fernsehen" - Kinder zeichnen ihre Lieblingsfiguren aus Film und FernsehenZiele der UnterrichtsstundeDie SchülerInnen
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Bei der Aufgabenstellung ist es hilfreich, die Formulierung "Figuren, die euch besonders beeindruckt haben" zu verwenden, da dies auch jenen SchülerInnen die Bearbeitung der Aufgabe ermöglicht, die angeben, keine Vorbilder oder Helden zu haben. Es kommt vor, dass für Kinder die Begriffe negativ besetzt sind, da sie vermuten, dass die Erwachsenen ihnen eine zu starke Orientierung an medialen Figuren unterstellen und damit eine eigenverantwortliche Entwicklung ihrer Persönlichkeit absprechen. Sie vermuten eine Belehrung über negative Einflüsse von "Helden" und "Vorbildern". Um diese Befürchtung zu entkräften, können diese SchülerInnen Figuren zeichnen, die sie positiv oder auch negativ beeindruckt haben.
Die zusammenfassende Wiederholung häufig genannter Charakteristika der Helden am Ende der Stunde, hilft den Kindern zu erkennen, dass es positive und negative Eigenschaften (unterschiedlicher Helden) gibt, mit denen sich viele SchülerInnen gleichzeitig identifizieren können, da sie in der Lebenswelt vieler Kinder eine wichtige Rolle spielen.
Da die von den Kindern gemalten Figuren zum Schluss gemeinsam erraten werden sollen, ist es wichtig, darauf hinzuweisen, dass die Kinder während des Gesprächs zu Beginn der Stunde noch nicht ihre Lieblinge namentlich nennen. Die Kinder kennen genügend andere Figuren, die für Gleichaltrige eine große Rolle spielen, die sie selbst aber gar nicht so mögen. Ebenso wichtig ist es, während des anschließenden Zeichnens darauf zu achten, dass sich die SchülerInnen möglichst wenig miteinander unterhalten. Das Ratespiel macht nämlich erst dann Spaß, wenn viele SchülerInnen noch nicht wissen, um wen es sich auf dem Bild handelt. Wenn man die SchülerInnen nicht einzeln sitzen lassen möchte, kann während der stillen Zeichenphase eine leise Begleitmusik hilfreich sein.

Beim Ratespiel bietet es sich an, die SchülerInnen einzeln und nacheinander zur Tafel bzw. Pinnwand zu bitten. Werden zuerst alle Bilder aufgehängt, kann es passieren, dass schon vorher über die Figuren aller Bilder laut spekuliert wird. Während des Ratespiels wird es fröhlich und unruhig zugehen. Die SchülerInnen werden lautstark ihren (Miss)Erfolg beim Erraten kommentieren und kaum zu bremsen sein, ihre persönlichen Einstellungen zu den gezeichneten Personen mitzuteilen. Aus solchen Situationen können jedoch sehr interessante Diskussionen entstehen, die man - sofern die Atmosphäre angenehm bleibt - nicht unterbrechen sollte.
Während der gesamten Unterrichtseinheit ist es wichtig, den Kindern ein Interesse an ihren Figuren zu signalisieren. Für die Kinder haben diese Figuren eine ganz spezielle Bedeutung und erfüllen mitunter eine bestimmte Funktion. So kann sich ein Kind z. B. verstärkt mit einer unbezwingbaren Actionfigur auseinander setzen, um eigene Situationen, in denen es sich schwach fühlt, besser zu verarbeiten.
Durch das Nachahmen ihrer MedienheldInnen im Spiel erproben die Kinder neue Verhaltensmöglichkeiten. Hier können Wünsche artikuliert und Gefahren auf Probe bestanden werden. Die Auseinandersetzung mit den Vorbildern wird jedoch nicht nur durch direkte Nachahmung sichtbar, sondern findet häufig in der Phantasie der Kinder statt. Für Erwachsene ist es dabei nicht immer leicht, in den Spielen und Gedanken der Kinder das zu entdecken, was sie gerade beschäftigt. Vor allem werden die meisten Fernsehfiguren der LehrerIn weder dem Namen nach, geschweige denn in ihren Rollen, bekannt oder gar sympathisch sein. Umso wichtiger ist es, sich in die Gedankenwelt der Kinder zu versetzen, um ihre Auseinandersetzungen mit den teilweise widersprüchlichen Identifikationsangeboten nachvollziehen zu können.
Es gibt immer wieder Kinder, die glauben, nur unzureichend zeichnen zu können, oder einfach nicht gerne zeichnen. Lassen sich diese Kinder trotz guten Zuredens nicht zum Malen motivieren, ist es auch möglich, dass sie ihre Fernsehfiguren pantomimisch darstellen. Sie können sich dann Bewegungen und Gesten (evtl. auch Aussagen) überlegen und darstellen, die die Figur besonders gut charakterisieren. Die Aufgabe erscheint zunächst schwieriger, ist jedoch für Kinder, die gerne spielerisch in anderen Rollen agieren, eine interessante Herausforderung.
Schorb, B./ Petersen, D./ Swoboda, W.H.: Wenig Lust auf starke Kämpfer. Zeichentrickserien für Kinder. Schriftenreihe der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) Bd.19. München 1992.
Paus-Haase, Ingrid: Die Helden der Kinder. Zur Attraktivität und Verarbeitung fiktionaler Geschichten und Figuren. In: Deutsches Jugendinstitut (Hrsg.): Handbuch Medienerziehung im Kindergarten. Teil I: Pädagogische Grundlagen. Opladen 1994, S. 232-247.
Best, Petra: "Mac Gyver wollte ich immer mal sein." Identifikationsfiguren und Identifikationsbedürfnisse von Kindern. In: Deutsches Jugendinstitut (Hrsg.): Handbuch Medienerziehung im Kindergarten. Teil I: Pädagogische Grundlagen. Opladen 1994, S. 257-263.
Czaja, Dieter (Hrsg.): Kinder brauchen Helden. Power Rangers & Co. unter der Lupe. München 1997.
Die SchülerInnen sollen
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Die SchülerInnen üben sich in dieser Unterrichtsstunde vor allem in der Selbst- und Fremdwahrnehmung. Für Kinder dieser Altersstufe ist es häufig einfacher, fremde Eigenschaften zu benennen. Daher beschreibt jedes Kind in einem ersten Schritt Eigenschaften, die es sich für die eigene Persönlichkeit wünscht, über die es seiner Meinung nach jedoch nicht verfügt. Anschließend versuchen die SchülerInnen, wie bereits in der ersten Unterrichtsstunde erprobt, Eigenschaften von Heldinnen aus Film und Fernsehen zu erkennen und zu beschreiben. Der Schwerpunkt des Arbeitsschrittes liegt dieses Mal jedoch nicht im Benennen von Eigenschaften, sondern in ihrer Begründung. Das bedeutet, dass es nicht ausreicht, einem Helden bspw. mutiges Verhalten zuzusprechen. Vielmehr sollten die SchülerInnen ihre Urteile begründen, indem sie charakteristische Verhaltensweisen in bestimmten Situationen beschreiben ("Lisa Simpson ist mutig, weil sie dem Direktor der Schule widerspricht").
Wie die Formulierung "An dir gefällt mir ..." bei der letzten Aufgabenstellung zeigt, geht es in diesem Schritt ausschließlich um das Benennen positiver Eigenschaften der MitschülerInnen. Die Diskussion über Eigenschaften, die unter Umständen zu Spannungen zwischen den MitschülerInnen geführt haben bzw. führen könnten, sollte vermieden werden, da es in dieser Stunde ausschließlich um positive Selbst- und Fremdbilder geht.
Je nach der zur Verfügung stehenden Zeit, bieten sich mehrere Möglichkeiten an, auf dem bisherigen Arbeitsergebnis (Tafelbild) aufzubauen:
Die SchülerInnen konzentrieren sich auf die ersten beiden Spalten. Im Gespräch können die gewünschten Eigenschaften mit denen der Helden verglichen werden. Wahrscheinlich werden sich hierbei Überschneidungen ergeben, da die Kinder sich in der Regel Eigenschaften wünschen, über die sie nicht verfügen, und die Wahl ihres Helden oft auf diesen Wünschen basiert.
Um den SchülerInnen aufzuzeigen, dass eine Übernahme sämtlicher Eigenschaften der HeldInnen nicht zwangsläufig eine Lösung der von ihnen als schwierig empfundenen Situationen bedeutet, bietet sich folgende Vorgehensweise an:
Den spielenden SchülerInnen werden bestimmte Situationen vorgegeben, in denen ihr Held sich zurechtfinden muss. Dazu wählt man am besten Situationen des alltäglichen Lebens, die einen Bezug zu der Erlebniswelt der Kinder haben (z. B. Streit mit den Eltern, Probleme im Matheunterricht). Wenn sie anschließend die Herangehensweise mit ihren eigenen vergleichen, erkennen sie, dass das Verhalten ihrer Medienhelden sie in alltäglichen Situationen oft nicht weiterbringt und die Situationen, in denen sie ihre Helden beobachten, nur Teil einer medialen Realität sind, die oftmals wenig mit der erlebten Wirklichkeit zu tun hat. Medienfiguren sind keine menschlichen Figuren, sie handeln häufig in eindimensionalen Situationen und somit meist gut oder schlecht. Ein Mensch muss sich in den verschiedensten Lebenssituationen zurechtfinden und braucht daher flexiblere Handlungsmuster.
Es gibt auch Serien, die versuchen, ihre Figuren näher an der wirklichen Lebenswelt der Kinder zu orientieren (z. B. Daily-Soaps). Schwierige Situationen für den Held lösen sich hier unter anderem deshalb auf, weil das Umfeld (Familie, Freunde etc.) letztendlich ein "Happy End"ermöglicht, indem z. B. den Argumenten der Helden gegenüber Einsicht gezeigt wird. So kann man häufig beobachten, dass jugendliche Protagonisten im Laufe einer Sendung die Änderung einer grundlegenden Einstellung (bspw. gegenüber Minderheiten) bei ihren Eltern oder anderen Respektspersonen erreichen. Medienerfahrenen Kindern könnten diese realitätsfernen Auflösungen als Argument dafür dienen, die Umsetzung der gewünschten Eigenschaften im Alltag von vornherein abzulehnen. Die LehrerIn sollte hierbei darauf hinweisen, dass nicht allein das Resultat einer Handlungsweise wichtig ist, sondern die Intention. Auch bei schwierigen Umständen lohnt sich immer ein Ausprobieren alternativer Handlungen.
Die SchülerInnen lesen die Eigenschaften, die sie in die linke Spalte eingetragen haben ("Ich wäre so gerne ...") laut vor. Anschließend trägt ihre PartnerIn ihr Ergebnis aus der "An dir gefällt mir ..."- Aufgabe in die noch freie rechte Spalte der Wandzeitung ein und liest die Eigenschaften laut vor. Sollten sich hierbei Überschneidungen ergeben, erfahren die SchülerInnen hier die Differenz zwischen Selbst- und Fremdwahrnehmung: Die PartnerIn gibt Eigenschaften als liebenswert an, die die SchülerIn sich für sich selbst wünschen würde. Das heißt, andere sehen mich so, wie ich gerne wäre. Weichen die genannten Eigenschaften durchweg voneinander ab, kann das Aufzeigen der Differenzen der Wahrnehmung von Facetten der Persönlichkeit dienen, die den Kindern bisher so vielleicht nicht bewusst waren. Sie erfahren, dass es andere wichtige Eigenschaften gibt, die sie liebenswert erscheinen lassen.
Durch die genannten Ansätze zur Diskussion erkennen die Kinder sowohl eigene Stärken als auch den Nutzen bestimmter Eigenschaften ihres Helden für die Dramaturgie einer Geschichte. Dass diese Eigenschaften die SchülerInnen jedoch nicht notwendigerweise ihrer Alltagsprobleme entledigt, ist die zweite wichtige Erkenntnis dieser Unterrichtseinheit.
Für die Gestaltung und Visualisierung der Wandzeitung bietet es sich an, diese durch Fotos und Bilder zu ergänzen. Zur Spalte "An dir gefällt mir ..." können Fotos der Kinder hinzugefügt werden, die Eigenschaften der HeldInnen können durch Bilder und Fotos aus Zeitschriften ergänzt werden. Dadurch formt sich für die Kinder ein kompletteres Bild "eigenständiger Persönlichkeiten".
Die entstandene Wandzeitung sollte sichtbar im Klassenzimmer aufgehängt und beispielsweise bei einem Elternabend präsentiert werden.