Phase 1: Erfassen der Medienrealität
Innerhalb der ersten Projektphase soll den Kindern die Möglichkeit geboten werden, sich über Quantität und Qualität ihres eigenen Fernsehkonsums bewusst zu werden und ihn kritisch zu reflektieren.
Für die längerfristige medienpädagogische Arbeit mit Kindern ist es unerlässlich, mit ihnen gemeinsam ihre Fernsehvorlieben und -abneigungen herauszuarbeiten. In erster Linie sollen die Kinder dabei ein eigenes Bewusstsein in Bezug auf ihr Medienverhalten und ihre jeweiligen Vorlieben entwickeln. Warum gefallen mir bestimmte Sendungen oder Genres besser als andere? Wieso mögen andere Kinder meine Lieblingssendungen überhaupt nicht? Welche Dimension nehmen Medien innerhalb meiner Freizeitgestaltung ein?
Auf der anderen Seite ist auch für Pädagoginnen und Pädagogen der Einblick in das kindliche Medienverhalten äußerst wichtig, um die Kinder in ihrem Denken und ihren Handlungen besser zu verstehen. Die Erkenntnis, dass Medien Einflüsse auf Gefühle, Vorstellungen, Verhaltensorientierungen und das Alltagsgeschehen haben können, und zwar sowohl positiv als auch negativ, wird ebenfalls innerhalb dieser Projektphase gemeinsam herausgearbeitet.
Die Schülerinnen und Schüler sollen die Vielfalt der Ausdrucksmöglichkeiten in den Medien (Serien, Magazine, Dokumentationen, Spielfilme) kennenlernen. Die Verarbeitung der Medienrealität findet dabei vor allem über gemeinsame Diskussionen und Bewegungs- und Rollenspiele innerhalb kleinerer Arbeitsgruppen statt.

Phase 2: Analyse des Mediums
Innerhalb der zweiten Projektphase werden die Medien hinsichtlich ihrer gesellschaftlichen Bedeutung analysiert. Ausgehend von der Erkenntnis, dass Medienrezeption ein subjektiver Vorgang ist, sollen die Kinder in die Lage versetzt werden, Medienangebote hinsichtlich der Form, des Inhalts und der transportierten Interessen zu prüfen und zu bewerten.
Die Kinder sollen lernen, zu durchschauen, wie ihre Bedürfnisse durch Medien aufgenommen werden. Von Bedeutung ist hier die Analyse und Kritik von institutionellen und gesellschaftlichen Bedingungen in Produktion, Verbreitung und Rezeption von Medien.
Mithilfe zahlreicher Übungen, Gruppenarbeiten, Rollenspielen und spielerischen Analysen sollen die Kinder in dieser Phase Medienprodukte als von Menschen „gemachte Wirklichkeit“ erkennen und lernen, sie nicht als den "Spiegel des Wirklichen" anzusehen. Dabei soll besonders der selektive, subjektive und wertende Charakter aller Medienprodukte erkannt werden. Die Schülerinnen und Schüler sollen die Medienrezeption als einen Vorgang erkennen, der auf bestimmte Bedürfnisse des Zuschauers zielt, aber je nach emotionaler und geistiger Verfassung unterschiedlich verarbeitet wird.
Dadurch soll ihnen ermöglicht werden, Medienbotschaften in Hinblick auf die genannten Einflussmechanismen zu relativieren. Bei älteren Kindern kann zusätzlich auf die kommerziellen, politischen und institutionellen Beeinflussungen massenmedialer Botschaften und den Zusammenhang zwischen der wirtschaftlichen Funktion der Medien und ihren Formen und Inhalten aufmerksam gemacht werden.
Die Lerneinheiten der Phase 2 als pdf-Dokument

Phase 3: Eigene Medienprodukte
In der abschließenden Projektphase sollen die Kinder die Möglichkeit erhalten, Video- und Audiotechnik nicht nur zu verstehen, sondern aktiv anzuwenden. Das heißt, sie begreifen Medien als kulturelle und ästhetische Gestaltungsmöglichkeit, die sie zur Artikulation eigener Vorstellungen, Interessen und Phantasien nutzen können.
Dabei begegnen sie den zuvor kennengelernten dramaturgischen Mustern und Klischees verschiedener Sendeformate, die sie innerhalb der Umsetzung einer eigenen Medienproduktion jedoch gezielt einsetzen oder mit denen sie bewusst umgehen können.
Bei dieser Form der aktiven Medienarbeit soll einerseits das kooperative Arbeiten in der Gruppe gefördert bzw. erlernt werden. Andererseits gilt es, "unerkannte" schauspielerische, technische oder organisatorische Fähigkeiten einzelner Schülerinnen und Schüler zu entdecken und zu unterstützen.

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